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Startseite > Kernenergie

'''Kernenergie''', '''Atomenergie''', '''Atomkraft''', '''Kernkraft''' oder '''Nuklearenergie''' wird in erster Linie die Technologie zur großtechnischen Erzeugung von mittels Kernspaltung genannt. Diese Technologie wird seit den 1950er Jahren in großem Maßstab zur Stromproduktion genutzt, während die ebenfalls unter diese Begriffe fallende Kernfusionsenergie für die Stromproduktion erst in vielen Jahren eine Rolle spielen kann.

Mit Stand Januar 2020 waren 447 Reaktorblöcke mit einer Gesamtleistung von 397 GW in 31 Ländern in Betrieb.

In China befinden sich mit Stand Februar 2020 10 Kernkraftwerke in Bau, etwa 148 weitere Reaktorblöcke befinden sich in Planung.

Russland betreibt mit Stand Februar 2020 38 Reaktoren und baut 4, 31 befinden sich in Planung.

. Die bestehenden AKW sollen künftig nach 40 Jahren vom Netz gehen, der älteste Reaktorblock, Kori 1 wurde dementsprechend am 18. Juni 2017 abgeschaltet.

Italien hat nach einem Volksentscheid im Juni 2011, in dem sich 95 % der Bürger gegen den Wiedereinstieg entschieden, den von der Regierung Berlusconi geplanten Wiedereinstieg ad acta gelegt.

Tschechien hat Neubaupläne für Atomkraftwerke verworfen. Die Ausschreibung für die zwei neuen AKW-Blöcke am Standort wurde vom halbstaatlichen Energiekonzern ?EZ zurückgezogen.

Deutschland entschied sich bereits unter der Regierung Schröder für einen Atomausstieg bis etwa 2020/21. Die Regierung Merkel verlängerte zunächst die Laufzeiten, leitete jedoch nach dem Reaktorunfall von Fukushima einen beschleunigten Atomausstieg bis 2021 ein.

In seit März 2011 ausser Betrieb, wurde offiziell aber erst am 30. September 2019 endgültig stillgelegt.

Technologien

Zu den Kernkraftwerken gehören die zahlreich vorhandenen Kraftwerke auf Basis Kernspaltung und die seit Jahrzehnten als Zukunft propagierten auf Basis der Kernfusion.

Kernspaltung

Bei der induzierten Kernspaltung zerfällt ein Atomkern eines Uran- oder Plutonium-Isotops, nachdem er ein Neutron absorbiert hat, in (meist) zwei leichtere Kerne (die ''Spaltfragmente''). Die frei werdende Energie stammt aus der Differenz an Bindungsenergie der Spaltfragmente gegenüber dem Ursprungskern und wird in Form von kinetischer Energie der Spaltfragmente und als Gammastrahlung freigesetzt. Einschließlich der Energie, die beim nachträglichen radioaktiven Zerfall der Spaltfragmente noch frei wird, ergeben sich pro Spaltung etwa 200 MeV, also knapp 1 MeV pro Nukleon. Außer den Spaltprodukten werden bei der Spaltung auch 2?3 prompte Neutronen freigesetzt. Diese können weitere Kernspaltungen bewirken und führen so zu einer Kettenreaktion. Die nach der Spaltung aus den Spaltfragmenten noch abgegebenen ermöglichen es, die Kettenreaktion in einem Kernreaktor technisch zu steuern (siehe ).

Der Energieausbeute von rund 200 MeV pro Spaltung entspricht eine thermische Energie von etwa 0,96 MWd (Megawatt-Tagen) pro Gramm Uran-235 oder Plutonium-239. Die gleiche thermische Energie kann durch Verbrennen von 2,8 t Steinkohle, 10 t Braunkohle oder 1,9 t leichtem Heizöl gewonnen werden.

Kernkraftwerk

Kernkraftwerke wandeln die Energie aus Kernspaltung in Wärmeenergie und diese in elektrische Energie um. '').

Sicherheit

Die Sicherheit von Kernspaltungskraftwerken spielt eine immer größer gewordene Rolle, besonders infolge der von Tschernobyl und Fukushima, bei denen die Kettenreaktion bzw. die außer Kontrolle gerieten. Die immer schärferen Sicherheitsvorschriften führten zu vielen zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen, aber auch zu erhöhten Betriebskosten.

Brennstoffkette

Für die Gesamtheit der Arbeitsschritte, die zur Versorgung von Kernreaktoren mit Brennelementen dienen, einschließlich der notwendigen Maßnahmen zur Entsorgung des radioaktiven Abfalls ist der Oberbegriff Brennstoffkreislauf üblich. Dieser Begriff wurde ursprünglich in der Diskussion um die Errichtung der Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf bekannt. Mit ?Kreislauf? ist nicht eine vollständige Wiederverwertung des Materials gemeint; in Wiederaufarbeitungsanlagen soll der gebrauchte Brennstoff nach Entnahme aus dem Reaktor in seine Bestandteile zerlegt und so Ausgangsmaterial für neue Brennelemente gewonnen werden.

Reichweite der Brennstoffe

{| class="wikitable"
|+ style="padding-bottom:1em"| Weltweite Uranvorkommen nach Preiskategorie für den Abbau, ohne vorhergesagte und spekulative Vorkommen. Stand 2014
! Preiskategorie!! gesichert !! vermutet !! total !! Reichweite
|-
! $/kgU !! kt !! kt !! kt !! Jahre
|-
| <40
|style="text-align:right"| 507
|style="text-align:right"| 176
|style="text-align:right"| 683
|style="text-align:right"| 11
|-
| 40-80
|style="text-align:right"| 1.212
|style="text-align:right"| 745
|style="text-align:right"| 1.957
|style="text-align:right"| 31
|-
| 80-130
|style="text-align:right"| 3.699
|style="text-align:right"| 2.204
|style="text-align:right"| 5.902
|style="text-align:right"| 95
|-
| 130-260
|style="text-align:right"| 4.587
|style="text-align:right"| 3.048
|style="text-align:right"| 7.635
|style="text-align:right"| 123
|-
! colspan="3"| gesamt: !! 16.178
! colspan="1" style="text-align:right"| 261

|}
Ähnlich wie bei den fossilen Brennstoffen sind die Vorräte an Kernbrennstoffen auf der Erde begrenzt. Die Tabelle gibt einen Überblick über die bekannten abbaubaren Uranreserven und verwendet den derzeitigen Verbrauch von knapp 62.000 tU/Jahr

Kapitalintensive Kraftwerkstypen wie Kernkraftwerke, die auch große Energiemengen produzieren, sichern ihren Betreibern dabei eine starke Position auf dem Markt. Für den deutschen Strommarkt liegen mehrere aktuelle Studien vor, die den Einfluss unvollständigen Wettbewerbs empirisch belegen. Der Einfluss durch die marktbeherrschende Stellung der großen Energiekonzerne auf den Börsenpreis von Strom wird dabei mit etwa 0,69 ct/kWh angegeben.

Die Mehreinnahmen durch die Kernenergie aufgrund des unvollständigen Wettbewerbs werden im Jahr 2003 mit 1,8 Mrd. Euro angegeben.

Staatliche Regulierung

Rechtsgrundlagen

Die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO) soll die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der friedlichen Nutzung der Kernenergie und der Anwendung radioaktiver Stoffe fördern und gleichzeitig den Missbrauch dieser Technologie (insbesondere die Proliferation von Kernwaffen) durch Überwachungsmaßnahmen verhindern. Diverse internationale Verträge wie der ''Atomwaffensperrvertrag'' und das ''Atomhaftungsübereinkommen'' geben entsprechende Richtlinien vor.

In Deutschland ist die Rechtsgrundlage der zivilen Verwendung der Kernenergie das deutsche ''Atomgesetz'' (Gesetz über die friedliche Verwendung der Kernenergie und den Schutz gegen ihre Gefahren).

In der Schweiz war bis 2005 das schweizerische Atomgesetz (Bundesgesetz über die friedliche Verwendung der Atomenergie) Rechtsgrundlage, seither ist es das ''Kernenergiegesetz''.

In dagegen gibt das '''' dem Verbot der kommerziellen Nutzung von Kernreaktoren nach einem nationalen Referendum seit 1999 Verfassungsrang.

Weitere Verordnungen, wie die ''Atomrechtliche Deckungsvorsorge-Verordnung (AtDeckV)'', setzen internationale Richtlinien in Deutschland um. Die Deckungsvorsorge für ein Kernkraftwerk beträgt 2,5 Milliarden Euro, die zu einem Teil als Haftpflichtversicherung und zum anderen Teil als Solidarvereinbarung unter den Kernkraftwerksbetreibern abgesichert sind.

Die Haftungshöchstgrenze bei Schäden, die unmittelbar auf Handlungen eines bewaffneten Konfliktes, von Feindseligkeiten, eines Bürgerkrieges, eines Aufstandes oder auf eine schwere Naturkatastrophe außergewöhnlicher Art zurückzuführen sind, liegt bei ebendiesen 2,5 Milliarden Euro. Für Schäden aus anderen Ursachen haften die Betreiber theoretisch unbegrenzt, de facto ist die Haftung durch das Eigenkapital der Betreiber begrenzt. Andere Versicherungen, wie z. B. Kasko-Autoversicherungen, schließen die Abdeckung von Schäden, die durch Kernenergieunfälle verursacht werden könnten, in aller Regel ausdrücklich aus.

Subventionen und andere Förderungen

Die Kernenergie wurde sowohl in Deutschland als auch weltweit umfangreich staatlich subventioniert.

Europäische Union

Seit der Gründung der 1957 wird die Kernenergie politisch und wirtschaftlich gefördert. Für die Durchführung des siebten Rahmenprogramms im Zeitraum 2007?2011 standen nach Angaben der EU-Kommission Mittel in Höhe von insgesamt 3 Milliarden Euro zur Verfügung. Im Dezember 2011 wurde beschlossen, infolge der Verteuerung des Fusionsreaktors ITER zusätzlich 1,3 Mrd. Euro für die Fusionsforschung in den Jahren 2012 und 2013 bereitzustellen. Gebaut wurden letztendlich jedoch nur zwei Reaktoren, während die bisher aufgewendeten Fördergelder in Milliardenhöhe in den Aufbau von Entwicklungsabteilungen flossen.

Am 13. November 1960 ging das Kernkraftwerk Kahl als Versuchsreaktor mit 15 MW in Betrieb, mit US-amerikanischer Reaktortechnik von General Electric. Die Förderung wird in Deutschland mit rund 2000 Euro/kW installierter Leistung angegeben.

Das (DIW) kam in einer Studie aus dem Jahr 2007 zu dem Ergebnis, dass sich allein die deutschen Ausgaben des Bundes und der Länder für nukleare Energieforschung und -technologie von 1956 bis zum Jahr 2006 auf mindestens 50 Mrd. Euro belaufen. Nicht enthalten sind darin unter anderem öffentliche Ausgaben für die innerdeutsche Uranerzbergbausanierung (6,6 Mrd. ?) und Anteile an Stilllegung/Rückbau kerntechnischer Anlagen (2,5 Mrd. ?). ergibt sich eine durchschnittliche Unterstützung von 1,5 Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh). Betrachtet man nur die im Jahr 2006 wirksame Summe aller quantifizierten Effekte (soweit Angaben vorliegen, einschließlich vereinigungsbedingter Lasten und internationaler Projekte) zur Förderung der Kernenergie, beträgt die Geldmenge 3,7 Mrd. Euro (Währungswert von 2006).

Nach Berechnungen von Finanzmathematikern würde eine Haftpflichtpolice für ein Atomkraftwerk 72 Mrd. Euro jährlich kosten. Der Strompreis eines Atomkraftwerks könnte damit auf mehr als das Vierzigfache steigen.

Für den Rückbau von Kernkraftwerken müssen die Betreiber in Deutschland (und in der Schweiz) eine von etwa 500 Millionen Euro je Kraftwerk bilden. Diese Rückstellungen bleiben in Deutschland über den gesamten Zeitraum steuerfrei und dürfen auch investiert werden, um zum Beispiel Unternehmensbeteiligungen zu erwerben oder am eigenen Kraftwerk eingesetzt werden.

Im Mai 2014 wurden Pläne der drei deutschen Kernkraftwerksbetreiber E.on, EnBW und RWE publik, ihre Kernkraftwerke in eine neu zu gründende und in Staatsbesitz befindliche Stiftung abgeben zu wollen. Diese soll die Kernkraftwerke bis zu ihrem Laufzeitende betreiben und anschließend als sog. '', 11. Mai 2014. Abgerufen am 11. Mai 2014.</ref>

Eine Analyse des Handelsblatts kam 2015 zu dem Schluss, dass Atomkraft "die wahrscheinlich größte und schlechteste Investition in der Geschichte der Bundesrepublik" war.

Frankreich

In Frankreich erteilte Premierminister im Mai 2011, neun Wochen nach dem Beginn der Nuklearkatastrophe von Fukushima, dem Obersten Rechnungshof in Frankreich den Auftrag, die Kosten der Kernenergie und des erzeugten Stroms zu ermitteln. Der Rechnungshof legte den Bericht am 31. Januar 2012 vor. Damit wurde erstmals versucht, alle französischen Forschungsaufwendungen auf dem Gebiet der Stromerzeugung aus Kernenergie seit 1957 zu ermitteln.
Demnach kosteten die Erforschung, Entwicklung sowie der Bau der 58 französischen Kernkraftwerke insgesamt etwa 188 Mrd. Euro (in Kaufkraft von 2010). Diese Kosten konnten durch den Verkauf der Elektrizität bislang zu etwa 75 % amortisiert werden (Zusammenfassung, S. 12 unten).

Allerdings wurden bislang für .'' 1. Februar 2012. Abgerufen am 4. Februar 2012.</ref>

Der französische Industrieverband Uniden forderte im März 2014 von der französischen Regierung eine Preisbegrenzung für Atomstrom, da die Stromkosten für große industrielle Abnehmer in Deutschland bald um 35 % niedriger lägen als in Frankreich.

Großbritannien

In Großbritannien wurde für das neue Kernkraftwerk Hinkley Point C eine auf 35 Jahre garantierte in Höhe von 92,5 Pfund/MWh (ca. 11,2 Cent/kWh) plus einem jährlichen Inflationsausgleich von der Regierung zugesagt. Dies ist etwa das Doppelte des derzeitigen englischen Börsenstrompreises und liegt unterhalb der Einspeisevergütung für große Photovoltaik- und Offshore-Windkraftanlagen und oberhalb von Onshore-Windkraftanlagen.

Vereinigte Staaten

Die Atomic Energy Commission (AEC) wurde 1946 gegründet und war bis 1974 die zentrale Behörde für die Forschung und Entwicklung der Nutzbarmachung atomarer Energie. 1977 wurden ihre Aufgaben auf das Energieministerium der Vereinigten Staaten übertragen.

Der 2005 verabschiedete Energy Policy Act beinhaltete Subventionen und staatliche Garantien, um die Kernenergie auszubauen. Aufgrund dieses Gesetzes wurden 32 Anträge für den Neubau von Reaktoren bei der Nuclear Regulatory Commission bis Januar 2008 eingereicht.

Umweltaspekte

Vergleich mit anderen Kraftwerksarten

Auf der Datenbasis von 2001 lagen die spezifischen s aus dem Jahr 2005 produzierten Kernkraftwerke während ihres gesamten Lebenszyklus (Herstellung, Betrieb, Rückbau) ähnlich wenig CO2 wie Windenergie und weniger als Photovoltaik.

Die Schwefeldioxid-Emissionen liegen bei 3 Tonnen pro Terawattstunde und deutlich günstiger als bei Öl (8013 t/TWh) und Kohle (5274 t/TWh). Windkraft lag 2001 bei 69 t/TWh, Photovoltaik bei 24 t/TWh. Die niedrigsten Emissionen hat die Fluss-Wasserkraft mit 1 t/TWh.

Die direkten der Kernenergie liegen bei 0,5 Quadratkilometern pro Terawattstunde. Windkraft lag 2001 bei 72 km²/TWh (hier wurde die (zum größten Teil weiter nutzbare) Abstandsfläche zwischen den Anlagen berücksichtigt, nicht die reine Standfläche), Photovoltaik bei 45 km²/TWh (ohne Berücksichtigung, dass in der Realität hauptsächlich schon bebaute Flächen/Dächer genutzt werden). Die Kernenergie hat bei dieser Betrachtung von allen Energieformen die geringsten Flächenansprüche.

Der von 91,3 % angenommen (2009: gemittelt 74,2 % in Deutschland).

Kohlenstoffdioxid-Emissionen

Kernspaltungs- und Kernfusionskraftwerke erzeugen im laufenden Betrieb kein CO<sub>2</sub>. Jedoch ist der Energieeinsatz bei der Herstellung der Kraftwerke, bei ihrem Betrieb (bei Kernspaltungskraftwerken einschließlich Brennstoffbeschaffung und Abfallentsorgung) und bei ihrem Abriss grundsätzlich mit CO2-Freisetzungen verbunden. Der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages Bundesministerium BMWI, World Nuclear Association)
|-
! Kraftwerksart
! CO2-Emissionen pro kWh in Gramm
| ?
| 1,9 %
| ?
| ?
|-
| Steinkohle
| 790?1080
| 18,1 %
| style="background-color:#fedbca;"|35,3 %
| </ref>
| 71 %
|-
| Braunkohle
| 980?1230
| 23,8 %
| style="background-color:#fedbca;" | 44,9 %
| ?
| ?
|-
| andere (Müll, Biomasse, ?)
|

| 12,5 %
| 8,9 %
| ?
| ?
|-
| ''Strom-Mix in Deutschland (2007)''
| ''604''
| ?
| ?
| ?
| ?
|}

Welche Einsparungen durch politische Vorgaben möglich sind, zeigt der Vergleich der liegt Frankreich etwa um ein Drittel niedriger als Deutschland (2008).

{| class="wikitable"
! Staat
! Gesamterzeugung
aller Kraftwerke
in TWh
! Strom-Mix g pro kWh
! Gesamt-CO2
in Milliarden kg
! Anzahl der großen fossil-
thermischen Kraftwerksblöcke
! Anzahl der
Kernkraftwerksblöcke
|-
| Deutschland
| 636,5
| 604
| class="hintergrundfarbe4"|384
| ?70
| 17
|-
| class="hintergrundfarbe3"|Frankreich
| 610,6

Im Mai 2012 erschien eine Studie des Max-Planck-Instituts für Chemie, nach der das Risiko katastrophaler Kernschmelzen bei Reaktoren wie in Tschernobyl (Veralteter RBMK-Typ ohne Sicherheitsbehälter) und Fukushima (BWR/3-5 Typ ohne ausreichenden Flut- und Erdbebenschutz, gebaut an einem Tsunami- und Erdbeben-gefährdeten Gebiet) wesentlich höher ist als bisher abgeschätzt, Derartige Reaktoren können über mehrere Tage einen Kühlmittelverlust ohne externe Stromversorgung nur durch passive Kühlung kompensieren, ohne dass es zu einer Kernschmelze kommt. Ein Unfall wie in Fukushima wäre damit ausgeschlossen.

Der chinesische Physiker He Zuoxiu prophezeite im Herbst 2015 mit statistischen Methoden für sein Land einen Atomunfall in seinem Land bis 2030 als ?sehr wahrscheinlich? und bis 2050 ?fast unvermeidlich?.

Belastungen durch den Uranbergbau

Der Abbau von Uran ist mit negativen Umwelteinflüssen verknüpft, die sowohl während des , die in der Geschichte des Uranbergbau zu vermehrten (Lungen-)Krebsfällen geführt hat. Von Atomkraftgegnern wird kritisiert, dass die CO2-Emissionen im Uranbergbau in Betrachtungen zur Ökobilanz der Kernenergie nicht berücksichtigt werden.

In Australien sind . Durch Berichte, medizinische Dossiers und Prozessakten gilt dieser Uranbergbau als der weltweit am besten dokumentierte.

Belastungen aus dem Normalbetrieb

Eine Studie des aus dem Jahr 2007 belegt eine statistisch signifikant erhöhte häufigkeit bei Kindern, die weniger als fünf Kilometer von einem Kernkraftwerk entfernt aufgewachsen sind. Danach erkrankten von 1980 bis 2003 im Fünf-Kilometer-Umkreis um die Kernkraftwerke in Deutschland 37 Kinder neu an Leukämie ? im statistischen Mittel wären es 17 Kinder gewesen. Die Ursachen für diese Korrelation sind bis heute nicht geklärt, nach derzeitigem Kenntnisstand ist der Zusammenhang nicht strahlenbiologisch erklärbar.

Über die Interpretation dieses Befundes herrscht keine Einigkeit. Während die Autoren der Studie der Auffassung sind, dass die von deutschen Kernkraftwerken im Normalbetrieb emittierte ionisierende Strahlung wegen der um ein Vielfaches höheren natürlichen Strahlenbelastung nicht als Ursache in Betracht kommt, gelangt das externe Expertengremium des BfS zur KiKK-Studie zur Überzeugung, dass aufgrund des besonders hohen Strahlenrisikos für Kleinkinder sowie der unzureichenden Daten zu Emissionen von Leistungsreaktoren dieser Zusammenhang keinesfalls ausgeschlossen werden kann.

)</ref>

Ungelöste Entsorgung

Die Entsorgung der hoch radioaktiven Brennelemente bzw. der Rückstände aus der Wiederaufarbeitung ist noch immer ungesichert. Weltweit ist mit Stand 2012 kein Endlager für hochradioaktive Stoffe vorhanden.
  • Die Unterschätzung der Aufgabenstellung
  • Sachfremde Erwägungen bei der Aufgabenstellung
  • Mangel an öffentlicher und politischer Akzeptanz der Projekte
  • eine Kontroverse um die grundsätzliche Eignung der Endlagerung mitsamt ihren Risiken zur Bewältigung der Problematik

In Deutschland behilft man sich seit Jahrzehnten mit einer Vielzahl sogenannter Zwischenlager sowie ?Versuchslagern? wie der bekannten Schachtanlage Asse, um die bisher angefallenen zu lagern. Am 27. Juli 2013 trat ein neues Standortauswahlgesetz (StandAG) in Kraft, nachdem bis Ende 2015 neue Vorschläge zu Sicherheitsanforderungen sowie zu geologischen Ausschluss- und Auswahlkriterien erarbeitet werden sollen. Erst im Anschluss daran erfolgt eine neue Standortsuche. Weil einige der anfallenden Nuklide sehr große Halbwertszeiten haben (239Pu beispielsweise 24.000 Jahre), sind die Anforderungen im Besonderen an die geologische Langzeitstabilität dementsprechend hoch. Zwar könne die Halbwertszeit durch Wiederaufarbeitung und Transmutation auf wenige hundert Jahre gesenkt werden; dies erhöhe jedoch gleichzeitig die gegenwärtige Strahlenbelastung, die mit solchen Verfahren verbunden sei.

Nach Ansicht verschiedener Organisationen und Experten sind auch e wegen möglicher Unfälle nicht sicher. Bei der Wiederaufarbeitung extrahiertes Plutonium könne zur Herstellung von Kernwaffen verwendet werden. Außerdem gäbe es insbesondere zur Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield Medienberichte, dass dort unkontrolliert Radioaktivität ausgetreten sei und die benachbart wohnenden Familien mit einigen Fällen von darauf zurückzuführenden -Erkrankungen ihrer Kinder und Senioren konfrontiert seien. Das Global Nuclear Energy Partnership ist ein Ansatz, um Staaten mit Bedarf nach Kernbrennstoff eben solchen günstig zur Verfügung zu stellen. Als Gegenleistung verpflichten sich die Staaten, auf eigene Programme zur Urananreicherung zu verzichten.

Benjamin K. Sovacool zufolge haben einige ?hohe Offizielle, sogar innerhalb der vereinten Nationen, argumentiert, dass sie wenig unternehmen können, um Staaten davon abzuhalten, Kernreaktoren für die Herstellung von Kernwaffen zu nutzen?. Ein Report der Vereinten Nationen von 2009 besagt:
{{Zitat

Auf der anderen Seite können Leistungsreaktoren dazu verwendet werden, Kernwaffenarsenale zu reduzieren. Im Zuge des Megatonnen-zu-Megawatt-Programms wurden bisher 425 Tonnen hochangereichertes Uran aus ehemaligen Kernwaffen zu Kernbrennstoff für Reaktoren verarbeitet. Dies entspricht etwa 17.000 Nuklearsprengköpfen. Damit ist dies das bisher erfolgreichste Anti-Proliferationsprogramm. Ein solcher Terroranschlag könnte katastrophale Folgen haben.

Darüber hinaus stellt auch ?Nuklear-Terrorismus?, z. B. durch Einsatz sog.

Kontroverse um die Kernenergie

Die Diskussion um die Kernenergie ist eine gesamtgesellschaftliche Auseinandersetzung über die für zivile Zwecke genutzte Kernspaltung zur Stromgewinnung aus Kernbrennstoffen.
Die Diskussion erlebte in den 1970er und 1980er ihren Höhepunkt, als sie in einigen Ländern eine ?für Auseinandersetzungen über eine Technologie bisher unübertroffene Intensität? erreichte.<ref name="marcuse.org">Herbert P. Kitschelt: ''Political Opportunity and Political Protest: Anti-Nuclear Movements in Four Democracies.'' In: ''British Journal of Political Science.'' Band 16, Nr. 1, 1986, S. 57.</ref><ref>.

Befürworter sehen in der Kernenergie eine nachhaltige Technologie, die die Versorgungssicherheit erhöht, da sie die Abhängigkeit vom Import von Energieträgern reduziert.<ref name="bloomberg.com">''U.S. Energy Legislation May Be 'Renaissance' for Nuclear Power.''</ref> Zudem weisen die Befürworter darauf hin, dass durch Nutzung der Kernenergie eine viel geringere Menge an Treibhausgasen oder Smog als durch fossile Kraftwerke entstehen würde.

Gegner der Kernenergie argumentieren, dass diese viele Gefahren für Mensch und Umwelt beinhaltet.<ref name="Share"> Januar 2007, S. 7.</ref><ref name="protest">Marco Giugni: ''Social Protest and Policy Change: Ecology, Antinuclear, and Peace Movements.'' 2004.</ref>

Sie gehen davon aus, dass es bei Kernkraftwerken als sehr komplexen Maschinen zwangsläufig zu Fehlfunktionen kommen kann und kommen wird und verweisen dabei auf .'' 12. Mai 2010, aufgerufen 11. Oktober 2013.</ref>

Argumente über die Wirtschaftlichkeit der Kernenergie werden von beiden Seiten vorgebracht.

Je nach Umfrageergebnissen und ihrer Interpretation war in den Jahren 2006?2008 etwa die Hälfte der deutschen Bevölkerung gegen Kernenergie.

Siehe auch

Literatur

  • Ian Hore-Lacy: ''Nuclear Energy in the 21st Century: World Nuclear University Press''. Academic Press, 2006, ISBN 0-12-373622-6
  • Paul Laufs: ''Reaktorsicherheit für Leistungskernkraftwerke'', Springer Vieweg, Berlin/ Heidelberg 2013, ISBN 978-3-642-30654-9
  • Raymond L. Murray: ''Nuclear Energy, Sixth Edition: An Introduction to the Concepts, Systems, and Applications of Nuclear Processes''. Butterworth-Heinemann, 2008, ISBN 978-0-12-370547-1
  • Julia Mareike Neles, Christoph Pistner (Hrsg.): ''Kernenergie. Eine Technik für die Zukunft?'' Springer, Berlin/ Heidelberg 2012, ISBN 978-3-642-24329-5
  • Joachim Radkau, Lothar Hahn: ''Aufstieg und Fall der deutschen Atomwirtschaft''. Oekom-Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-86581-315-2
  • Christoph Wehner: ''Die Versicherung der Atomgefahr. Risikopolitik, Sicherheitsproduktion und Expertise in der Bundesrepublik Deutschland und den USA 1945?1986''. Wallstein, 2017, ISBN 978-3-8353-3085-6

Weblinks

  • deutschlandfunk.de, ''Umwelt und Verbraucher'', 14. Juli 2017, ''Mycle Schneider im Gespräch mit Susanne Kuhlmann'': ''Entwicklung der Atomenergie weltweit: ?Es ist China und der Rest der Welt?''
    • ''Wissenschaft im Brennpunkt'', 16. Juli 2017, :
  • forschungsradar.de Studiendatenbank des Forschungsradars Energiewende zum Thema Kernkraft
  • Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO): iaea.org (englisch)
  • ''International Nuclear Risk Assessment Group'' (''Internationale Vereinigung zur Bewertung nuklearer Risiken''): inrag.org (englisch)
  • Deutsches Atomforum: kernenergie.de (Lobbyverbund der Betreiber von Kernkraftwerken und der Nuklearindustrie)
  • Lexikon zur Kernenergie 2017 von Winfried Koelzer

Einzelnachweise

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 |titel=Japan reaktiviert seine Atomkraftwerke
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 |datum=2015-08-10
 |zugriff=2014-04-11}}

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